Misteln
Misteltherapie – Seit Jahrzehnten eine etablierte Behandlung nicht nur in der Krebstherapie.

Misteltherapie bei Krebs – Immuntherapie – Hochdosis Misteltherapie

Keine komplementär-medizinische Therapie wird in Deutschland bei Krebs häufiger eingesetzt wie die Mistel-Therapie. Es gibt eine Vielzahl von Untersuchungen und Analysen zur Wirkung von Mistelextrakten (VAE) auf das Tumorwachstum.

GESCHICHTE:

Die Verwendung von Mistel hat in der Medizin eine sehr lange Tradition.Bereits der römische Historiker Gajus Plinius Secundus (23-79 n.Chr.) soll die Mistel als „alles heilendes Wundermittel“ beschrieben haben. Die Weißbeerige Mistel (Viscum album) enthält unter anderem Inhaltsstoffe, wie Mistellektine, Viscotoxine, Oligo- und Polysaccharide. Aus diesem Grund wurde die „Misteltherapie“ um das Jahr 1920 von Rudolf Steiner und Ita Wegmann (beides Begründer der Anthrosophischen Medizin) zur Behandlung verschiedener Krebsleiden eingeführt nachdem es bereits im Jahre 1917 das erste mal angewandt wurde.

WIRKUNG:

In vitro hat Mistel (VAE) die zytotoxische und wachstumshemmende Effekte auf eine Vielzahl von Tumorzellinien, Lymphozyten und Fibroblasten. Auch für ihre immunmodulierende Aktivität sind die VAE bekannt. In vitro und in vivo wurde bewiesen, dass sie in der Lage sind Monozyten/Makrophagen, Granulozyten, natürliche Killer-Zellen (NK-Zellen), T-Zellen (vor allem T-Helferzellen) zu aktivieren. Dazu induzieren sie verschiedenste Zytokine. Genau genommen, sind es die medizinisch bedeutsamen Bestandteile der Mistel wie Glykoproteine (Lektine) und stark wirksame Einweißstoffe (Viscotoxine), welchen man eine zellzerstörende (zytotoxische) und eine das Immunsystem beeinflussende (immunmodulierende) Wirkung zuspricht.

Nach eingehender Forschung und diversen Untersuchungen im Labor werden drei Hauptprinzipien der Wirkungsweise von Mistelextrakten diskutiert:

  • Apoptose auslösend (Zelleigenes „Selbstmord“-Programm)
  • Beeinflussung des Immunsystems (Immunmodulation)
  • Schutz der DNA gesunder Körperzellen gegenüber den in der Tumortherapie angewendeten Chemotherapeutika.

 

Mistelpflanzen verschiedener Wirtsbäume werden als therapeutisch wichtig angesehen. Dabei gilt der Gesamtextrakt, der durch eine Prozess-Standardisierung gewährleistet wird.Für eine Misteltherapie bei Krebs stehen verschiedene Präparate zur Verfügung:

  • anthroposophisch hergestellte Mistelpräparate: Abnobaviscum®, Helixor®, Iscador®, Iscucin® und Isorel®
  • sonstige Präparate: Cefalektin®, Eurixor® und Lektinol®.

 

Die zytotoxischen Wirkungen von VAE werden hauptsächlich durch die Apoptose-induzierenden Mistellektine hervorgerufen, wobei die Viscotoxine den nekrotischen Zelltod induzieren.

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